Angebote für Jung und Alt

Gespächskreise, Selbsthilfeangebote und mehr

Zu den unterschiedlichsten Lebenssituationen können im Begegnungscafé oder im Seminarraum im ersten Stock Hilfestellungen angeboten werden.

Derzeit finden Gesprächskreise für pflegende Angehörige demenzkranker Menschen statt, ein Angebot in Zusammenarbeit mit der Alzheimergesellschaft.

Zu den Treffen wird jeweils über das Mitteilungsblatt der Gemeinde Lahntal "Lahntal aktuell" eingeladen. Informationen erhalten Sie bei Ortrud Lauer, Tel.: 06420-8230-27 oder E-Mail: ortrud.lauer@lahntal.de.

Im folgenden können Sie dazumehr ein Artikel aus der Seniorenzeitung der Gemeinde erfahren.

„Menschen mit Demenz sind wie Du und ich“

Diana Gillmann-Kamm bietet einen Gesprächskreis für pflegende Angehörige an

Diana Gillmann-Kamm leitet den neuen Lahntaler Gesprächskreis für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz, der sich im Generationentreff in Sterzhausen trifft. Sie arbeitet seit 1992 mit Demenz-Erkrankten, seit 1997 bietet die Sozialarbeiterin und Fallmanagerin beim Diakonischen Werk Gladenbach-Biedenkopf und stellvertretende Vorsitzende der Alzheimer-Gesellschaft im Landkreis Gesprächskreise für pflegende Angehörige an.

„Die pflegenden Angehörigen sind die Experten im Umgang mit Demenz-Erkrankten. Aber sie sind in dieser extrem anspruchsvollen Situation meist alleine. Drei Viertel der Angehörigen pflegen Demenzkranke ohne jede Unterstützung alleine zu Hause. Daran hat sich seit 1992 nichts geändert,“ berichtet sie. Deshalb sind Gillmann-Kamm die Gesprächskreis so wichtig. „In einem Gesprächskreis sind die Pflegenden gut aufgehoben, denn die anderen Teilnehmer kennen die Probleme. Man ist in der gleichen Situation, muss beispielsweise Abschied nehmen von der Person, die man kannte.“ Besonders freut sie sich, dass sich im Gesprächskreis oft neue Freundschaften bilden. „Man ruft sich gegenseitig an und unterstützt sich.“

Eine Voraussetzung ist absolute Diskretion, betont die erfahrene  Sozialarbeiterin. „Schließlich geht es oft um Situationen, die man nicht Jedem erzählen möchte.“ Deshalb ist klar: nichts, was im Gesprächskreis erzählt wird, wird nach außen getragen. So komme es beispielsweise vor, dass Menschen mit Demenz ihrem Ehepartner plötzlich Untreue vorwerden oder unter Demenz leidende Eltern den Kinder
vorwerfen, sie kümmerten sich nicht, obwohl sie den ganzen Tag da sind. „So etwas erzählt man nicht gerne.
Deshalb dauert es auch eine Zeit, bis in einem Gesprächskreis das Vertrauen aufgebaut ist.“
Auch mit dem ganzen „Papierkram“ seien die Pflegenden meist alleine, auch da kann Gillmann-Kamm
helfen. Vor allem gehe es aber darum, Entlastung zu finden und unterstützt zu werden. „Nur wenn es mir
gut geht, kann es auch meinem zu Pflegenden gut gehen“, betont sie. Nach ihrer Erfahrung ist es mit das Wichtigste in den Gesprächskreisen, dass die Teilnehmer lernen, Hilfen und Unterstützung auch anzunehmen. „Und das funktioniert“, freut sie sich.

Der Lahntaler Gesprächskreis überlegt derzeit, ob eine Basis-Schulung für den Umgang mit Menschen mit Demenz angeboten werden soll, an der auch nicht direkt Betroffene teilnehmen können. „Es geht um den Umgang in Alltagssituationen, die jedem begegnen. Schließlich sind Menschen mit Demenz wie Du und ich“, sagt Gillmann-Kamm.

Das nächste Treffen des Gesprächskreises ist am Montag, 26. Januar, von 18 bis 19.30 Uhr im Generationentreff in Krafts Hof in Sterzhausen.

Jeder Interessierte ist eingeladen.

(aus: "Senioren in Lahntal. 4/2014)